Warum wollen Schwiegertöchter immer geliebt werden?

Warum wollen Schwiegertöchter immer geliebt werden?

Warum wollen Schwiegertöchter immer geliebt werden?

Beginnen wir mal so:
Es gibt viele Menschen, die Schwierigkeiten mit den eigenen Eltern haben.

  • Sie fühlen sich nicht geliebt von ihren Eltern
  • Sie fühlen sich nicht gesehen von ihren Eltern
  • Sie haben immer nur die Rolle des Zuhörers in der Familie
  • Oder sie haben immer die Rolle des Sündenbocks in der Familie
  • Sie sind vielleicht immer nur der Kasperl, der alle zum Lachen bringen muss
  • Sie haben das Gefühl, nicht dazuzugehören
  • Sie fühlen sich missverstanden, das ganze Leben schon
  • Sie werden nicht geliebt, weil sie so sind, wie sie sind, sondern nur, weil sie Leistungen erbringen
  • Sie streiten ständig mit den eigenen Eltern
  • Sie haben sich noch nie wirklich wohlgefühlt bei den eigenen Eltern

Das gibt´s alles und du kennst bestimmt jemanden, dem es so ähnlich geht. Vielleicht kennst du das sogar von dir selbst.

Warum schreib ich darüber?
Um dir zu verdeutlichen, dass die Liebe sogar in der eigenen Herkunftsfamilie oftmals nicht sichtbar ist, nicht gezeigt wird. Sogar mit den eigenen Eltern oder den eigenen Geschwistern hat man oftmals Schwierigkeiten, wenn´s um Liebe oder Anerkennung geht. Und trotzdem haben wir verinnerlicht, dass Familie – Liebe – bedeutet.

Familie bedeutet auch Harmonie, Geborgenheit, Freude.

So große Erwartungen stellen wir alle an Familie. Es ist nicht immer leicht, das alles zu leben, denn jeder von uns steckt in seinem eigenen Prozess. Und alle Prozesse haben als Ziel die Erkenntnis oder die Erfahrung der Liebe. Dem einen gelingt es schneller, die Liebe in seinem Leben leuchten zu lassen, dem andern gelingt es vielleicht nie.

Schwiegertöchter kommen irgendwann mal mit der Familie des Partners zusammen. Und viele Schwiegertöchter erhoffen sich auch von dieser Familie genau das, was man eben von Familie erwartet: Liebe, Harmonie, Freude, Anerkennung, Geborgenheit…

Jedoch definiert „Familie“ jeder für sich selbst

Vordergründig erwarten wir alle von Familie alle das Gleiche. Aber eigentlich hat jeder von uns seine eigene Vorstellung über Familie. Und diese Erwartungen können auch oftmals sehr verschieden sein!

Vielleicht bedeutet Familie

  • für dich Liebe und Geborgenheit
  • für deinen Partner Halt und Orientierung
  • für seine Mama Bürde, Anstrengung und Aufopfern
  • für seinen Papa Druck und Last
  • für die eine Schwiegermutter „Humankapital an Arbeitskräften“
  • für die andere Schwiegermutter Plattform für ihre Träume
  • für den einen Schwiegervater Garantie für Geselligkeit
  • für den anderen Schwiegervater stützender Hintergrund für seine Karriere
  • für die eine Schwiegermutter endlich Zuwachs, der bemuttert werden muss
  • für die andere Schwiegermutter eine weitere Möglichkeit, sich der neuen Familie des Sohnes mit ihrer ganzen Liebe und ihrer ganzen Zeit zu widmen
  • für die eine Schwiegertochter nur Ballast, Bremse im Leben, Stein im Weg
  • für die andere Schwiegertochter nur nervende Menschen, mit denen man sich beschäftigen muss

Natürlich haben sehr viele Menschen Liebe als erste Verknüpfung zu dem Wort Familie. Aber du siehst, viele Menschen verbinden mit Familie und auch mit Schwiegerfamilie ganz andere Leistungen und Bedürfnisse.

Familie bedeutet in der Gesellschaft: Liebe, Geborgenheit, Sicherheit, Wertesystem, Glück, Freude, Gesundheit und Erfolg.

Diese Erwartungen setzen ein Familienleben oft unter Druck. Denn Streit und konträre Meinungen scheinen nicht vereinbar zu sein mit Harmonie und Liebe.
So wird oftmals Streit um jeden Preis vermieden, Diskussionen werden im Keim erstickt, verschiedene Ansichten werden verheimlicht.
Da kommt dann raus, dass erst recht die Stimmung gekünstelt wirkt.

Die Schwiegertöchter gehen davon aus, dass die Schwiegereltern ihren Sohn bedingungslos lieben. So wollen auch die Schwiegertöchter von ihnen geliebt werden. Ohne zu ahnen, wie es um die Liebe in dieser Familie wirklich steht. Denn weil Familie ja Liebe bedeutet, wird nie daran gezweifelt, dass es irgendwo anders sein könnte. Meist erfahren wir es schmerzlich, wenn keine Liebe vorhanden ist. Eigentlich müsste sich jedes Schwiegerkind kritisch an die neue Familie heranwagen und erst einmal beobachten: Wird in dieser Familie mit Liebe offenherzig umgegangen?
Da wir aber nie davon ausgehen, dass Liebe in einer Familie ziemlich gut versteckt wird hinter Leistung, Gefallen, Gehorchen, werden wir oft enttäuscht und suchen wie ein kleines Kind die Schuld bei uns selbst.

Gut zu wissen

Darum ist es hilfreich, erst mal höflich distanziert an Schwiegereltern heranzugehen. Auch an die Geschwister des Partners. Nicht gleich die absolute Liebe und Freundschaft erwarten. Einfach mal davon ausgehen, dass man sich schon verstehen wird, aber nicht gleich Liebe und vollkommene Geborgenheit erwarten. Das ist zu viel Druck, zu viel Potenzial für Streit. Denn ihr kennt euch ja nicht mal richtig. Lernt euch erst mal kennen. Ganz langsam.
Liebe und Geborgenheit darfst du in deiner Partnerschaft ausleben!

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