Kampf

Kampf

Du bist am Kämpfen?

Wut und Kampf

Stellen wir uns mal die Frage, warum du kämpfst! Natürlich wirst du sagen, weil du angegriffen wirst, weil dir so viel vorgeworfen wird, weil die alles verdrehen.
Weil du dich ja wehren musst. Weil du dir das nicht gefallen lassen willst. Genau, und recht hast du!
Also erst mal ist das klasse, dass du Mut hast, Kraft und den Willen, dich nicht unterkriegen zu lassen!

Aber, ja, leider kommt ein Aber: Erfahrungsgemäß verlieren ganz viele Frauen eben genau diesen Mut, diese Kraft, diesen Willen, je länger sie kämpfen. Denn es ist schon ziemlich viel zu stemmen. Du kämpfst ja meist nicht nur gegen die Schwiegermutter, sondern auch gegen den Schwiegervater, die Geschwister deines Mannes und eventuell lässt dich dein Mann auch alleine!
Was macht ein Kämpfer, wenn die anderen in der Überzahl sind?
Er kämpft bis zum bitteren Ende oder er gibt auf.
Bis zum bitteren Ende kämpfen lohnt sich nicht für dich. Auch wenn du gewinnen solltest, hast du dich extrem verausgabt.

Am wichtigsten aber: Deine Lebenszeit verbringst du mit diesem Kampf!

Deine Kinder sind vielleicht noch klein und du bist in den schönsten und besten Lebensjahren. Willst du diese Zeit wirklich dem Kampf widmen?

Hat dieser Streit dir nicht schon genug wichtige Momente gestohlen? Zeiten, die du für dich selbst nicht da warst, nicht für die Kinder gelassen und fröhlich sein konntest? Zeiten, in denen du das Leben mit deinem Mann nicht ausleben konntest?
Der Streit fordert nicht nur Energie von dir, sondern auch Zeit und Aufmerksamkeit.

Viele Frauen erzählten mir, dass sie es bereuen, sich so viele Jahre mit den Schwiegereltern herumgeschlagen zu haben. In dieser Zeit wurden die Kinder groß und sie selbst waren voller Kraft. Hätten sie mal die Schwiegereltern Schwiegereltern sein lassen und sich nicht so darum gekümmert, was die sagen, dann wäre ihr eigenes Leben anders verlaufen. Sie hätten sich den Kindern mehr zuwenden können, ihren eigenen Interessen mehr Aufmerksamkeit widmen.
Durch den ständigen Kampf aber waren sie immer unter Druck, oft gereizt und genervt. Sie hatten keine Muse für ihre Leidenschaften und keine Geduld für ihre Kinder. Das Eheleben wurde während dieser Zeit auf Eis gelegt.

Im Nachhinein weiß jede Frau, die viele Jahre gekämpft hat, dass es nicht sinnvoll war, zu kämpfen.

Sinnvoll wäre gewesen, das Leben zu leben und sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Wach zu leben, wach die Kinder begleiten zu können, sich wach der eigenen Karriere zu widmen, wach ein Eheleben zu genießen.
Sie haben das, was sie hatten, eine Familie, eine Ehe, ein eigenes Leben nicht geschätzt. Sie meinten immer nur, dass sie es geschätzt hätten, weil sie es immer verteidigten. Aber in Wahrheit drehte sich die ganze Aufmerksamkeit nur darum, welche Meinung und Ansichten die Schwiegereltern wieder haben. Es drehte sich alles immer nur darum, dass die Schwiegereltern Ruhe geben, endlich nachgeben, endlich mal einen Schritt zurückgehen, endlich akzeptieren und so sind, wie die Schwiegertochter es gerne gehabt hätte. In den wenigsten Fällen hat sich das alles gefügt. 

Aufgeben heißt nicht, dass du dich ergibst. Aufgeben heißt beenden.

Denn es ist wichtig, zu erkennen, wann kämpfen keinen Sinn mehr hat.
Es ist gut, dass du dich wehrst, dass du dir nicht alles gefallen lässt. Das zeigt, dass du lebendig bist, du siehst dich. Aber du solltest achtsam sein und beobachten. Wenn du immer wieder kämpfen musst, um immer die gleichen Dinge. Wenn die Kampfthemen immer kleinlicher werden. Wenn von der anderen Seite kein Einlenken spürbar ist und du in dir auch nicht einlenken willst – wozu noch kämpfen? Du hast dich ja schon gezeigt, positioniert. Aber sie wollen sich einfach nicht auf dich einlassen. Was hast du davon, wenn hier einfach immer weitergemacht wird mit Demütigungen und Beleidigungen? Wie oft willst du dich noch verteidigen?

Hör auf zu kämpfen.

Nimm es einfach an, dass da Streit ist. Lass es einmal zu, dass da in deinem Leben Menschen sind, mit denen du nicht klarkommst. Und dass da Menschen sind, die mit dir nicht klarkommen. Lass es zu. Es darf sein!

Wenn du noch etwas tun willst in die Richtung deiner Schwiegereltern, dann schlage ihnen ein Gespräch vor, versuche es, auch wenn es dir aussichtslos erscheint. Du kannst auch einen Mediator mit ins Boot holen, die findest du mittlerweile im Telefonbuch.

Wenn ihr schon so weit entfernt seid von jeder Form von Gesprächen, dann lass aber auch die andere Sprache weg: die Streitsprache, die mit groben Antworten oder Angriffen so zwischendurch stattfindet. Lass die Sprache auch in der schriftlichen Form weg, schreib nicht per WhatsApp, Facebook, E-Mail.

Du darfst dir angewöhnen:
Wenn nichts Gutes gesprochen wird, dann braucht auch nichts Schlechtes gesprochen zu werden.
Damit meine ich, wenn da ein Mensch ist, mit dem du dich nicht mehr im Guten unterhalten kannst, dann unterlasse alles andere an Beleidigungen und Provokationen auch.

Heilung ist hier vielleicht nur möglich in Form mehrerer klärender Gespräche und manchmal gibt es auch keine Heilung. Kampf frisst nur alles auf. Lass los…

Frage dich, ob du wirklich noch weiterkämpfen willst. Willst du das wirklich?

Oder willst du lieber dein Leben genießen, die Zeit mit deinen Kindern genießen? Das geht aber nicht, weil die Schwiegereltern dir alles vermiesen?

Dann lass es nicht mehr zu. Du entscheidest, ob dir irgendjemand etwas vermiest oder nicht! Das liegt in deinem Ermessen, in deiner Wahrnehmung, in deiner Entscheidung. Wenn du dir nichts mehr vermiesen lassen willst, dann konzentriere dich auf deine Ziele, auf deine Träume, auf deine Prioritäten. Und nur dafür interessierst du dich noch, alles andere, das hinderlich für diese Themen ist, alles andere, das dich wieder weglocken will von diesen Zielen, ignoriere! Das ist zu lernen, es fordert von dir Disziplin. Ignoriere, was dir nicht dienlich ist.

Wenn du dich traust, dann geh hin und mache deiner Schwiegermutter ein Friedensangebot. Das heißt aber nicht, dass du zu Kreuze kriechst und dich unterordnest!! Das heißt auch nicht, dass sie sich unterordnen muss. Es heißt, dass ihr euch ebenbürtig seht und eine Gesprächsbasis schaffen könnt, wo sich jede zeigen darf.

Gut zu wissen

Entscheide für dich auch, ob du wirklich Frieden willst oder nur deine Ruhe.
Willst du wirklich Frieden mit ihr? Oder willst du sie eigentlich gar nicht mehr sehen? Darüber solltest du dir klar werden!
Könntest du ihr verzeihen?
Könntest du noch einmal von vorne beginnen?
Bist du bereit dazu, dich mit ihr an einen Tisch zu setzen?
Bist du bereit – anschließend, wenn das Verhältnis wieder okay ist -, dass du dich mit ihr wieder auseinandersetzt und die Beziehung pflegst?
Werde dir darüber klar! Was willst du wirklich?

Und sei dir klar: Auch wenn du ihr ein Friedensangebot machst, kann es abgelehnt werden! Du solltest auch darüber nachdenken, welche Konsequenzen das dann für dich hätte.

Dann musst du diesen Menschen aber auch loslassen, dich distanzieren, und vollkommen annehmen, dass es da jemanden gibt, mit dem einfach keine friedliche Beziehung möglich ist.

Was hast du noch zu verlieren?

Für diese Bedenkzeit brauchst du eine Auszeit vom Kampf.
Und du brauchst Zeit, um deine Wunden zu balsamieren.
Wenn du schon verletzt bist, lass nicht noch mehr neue Verletzungen dazukommen. Erwarte nicht von den anderen, dass sie dich nicht mehr verletzen.
Schütze dich und geh nicht mehr in die Nähe der Menschen, die dich verletzen können.

Und das bedeutet, dass du erst mal auf Abstand gehst.

Abstand bedeutet keine Treffen mehr, nicht mehr teilnehmen an Familientreffen, keine Streitgespräche mehr. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass du sie triffst, dann schweige einfach zu Vorwürfen und Anschuldigungen. Lass dich nicht provozieren. Mach einfach nicht mehr mit. Es kann sein, dass Schwiegermutter dich dann erst recht angreifen will, weil sie dich aus der Reserve holen will. Sie hat gemerkt, dass du dich verändert hast und das kann sie nervös machen. Kann sein, dass sie dich dann noch mehr reizen will. Bleibe standhaft und gehe nur auf die Dinge ein, die positiv für dich sind. Wenn etwas Negatives aus ihrem Mund kommt, dann geh nicht darauf ein. Streite einfach nicht mehr, verteidige dich einfach nicht mehr.

Du musst überhaupt nichts tun! Du musst nicht antworten, du musst nicht handeln, du musst nicht mitmachen. Wenn Schwiegermutter das nicht aushält oder nicht für richtig empfindet, ist das ihr Problem. Nicht deins!

Verzichte auf jegliche Gemeinheit deinerseits. Hör einfach auf. Behandle sie anständig. Denn es kann sein, dass auch du im Kampf deine Anständigkeit verloren hast und Dinge gemacht hast, die du normalerweise nie machen würdest. Geh in dich. Und höre auf.

Tue recht und scheue niemand!


Nach diesem Motto lebt es sich freier! Tue also recht, so wie es sich gehört für dich, nicht wie es sich für sie gehört. Tu ihr nichts, hör einfach auf.

In dieser Zeit erinnere dich wieder an deine Freuden. Was macht dir alles Freude? Welche Interessen hast du? Was willst du gerne machen? Sei wieder achtsam im Moment. Sei wieder achtsam bei deinen Kindern, sei wieder achtsam bei deinem Mann.

Nimm deinen Kampfesmut jetzt für dich: Wenn sie dich wieder angreift, dann sag einfach zu dir selbst im Stillen: „Das gehört mir nicht, das gehört nur ihr!“

Denn jetzt wird sie eventuell unruhig. Kann sein, dass sie jetzt erst recht alle anderen dazuschaltet, kann sein, dass sie heftig wird – sie will unbedingt eine Reaktion von dir! Aber das hört auf, wenn sie merkt, da kommt nichts mehr von dir. Sei beständig, mach einfach nicht mehr mit. Geh auf nichts Negatives mehr ein.

Glück

Du gehst also raus aus der Arena. Du gehst aus der Schusslinie. Jetzt hat dein Mann eventuell die Möglichkeit, sich mehr mit seinen Eltern auszutauschen. Denn du bist ja nicht mehr da… Vielleicht keine so schlechte Sache? Halte dich raus und sag deinem Mann nicht, was er sagen und machen soll.

Lass dir einfach mal diese Zeit, auch wenn sie länger dauert, als du gedacht hast. Kann sein, dass deine Schwiegereltern und du Frieden schafft, kann sein, dass ihr nie wieder zusammenkommt. Lass dir alles offen und kümmere dich erst mal um deine Freude! Damit du nicht zerfressen wirst vom Kampf, damit du nicht vergisst, wie schön das Leben sein kann.

Es gibt noch ein Leben außerhalb dieses Kampfes. Suche es für dich. Alles andere kann warten!

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