Kannst du nicht mehr?

Kannst du nicht mehr?

Wenn du leidest…

Du kannst nicht mehr...

Liebe Freundin,

da haben dich ein paar Menschen ziemlich verletzt.
Erwarte von diesen Menschen nicht, dass sie dich wieder herausholen aus deinem Tief.
Erwarte es von jemandem, auf den niemand gesetzt hat: Erwarte es von dir selbst!
Denn du selbst kannst dir am besten wieder zu Licht und Leichtigkeit verhelfen.
Dazu gehört aber, dass du dich ab jetzt für dich einsetzt. Nicht mehr auf diese Weise, dass du dich verteidigst, dass du kämpfst, dass du streitest, dass du im Leiden stecken bleibst – denn genau mit diesem Verhalten beschäftigst du dich immer weiter mit dem Konflikt, mit dem Leid. Du kannst dir vielleicht vorstellen, der Konflikt mit deinen Schwiegereltern stecke in einem Container. Alle Beteiligten sind da drinnen, jeder Schmerz, jede Demütigung, alles, was vorgefallen ist, ist da drinnen. Auch du bist mittendrin und versuchst verzweifelt, ein halbwegs schönes Leben zu haben in diesem Container. Du musst dich sehr anstrengen und es hat dich schon deine ganze Kraft gekostet. Darum kannst du ja nicht mehr.
Aber schau mal nach oben, da ist der blaue Himmel über dir und du ahnst, dass da draußen noch andere Möglichkeiten sind. Aber du kannst nichts wirklich genießen, weil du einfach aus diesem dummen Container nicht raus kannst. Du hast vielleicht schon Jahre darauf gehofft, dass alle Mitglieder in diesem Container plötzlich anders werden und das Leben in diesem Container schön wird. Dann könntest du auch wieder all die anderen Möglichkeiten im Leben mit Freude entdecken. Dann wäre alles anders…
Meine Liebe, solange du mit deinem Blick und deiner Aufmerksamkeit an den Konflikt gefesselt bist, wird sich nicht viel ändern. Löse deinen Blick und deine Aufmerksamkeit von diesem Konflikt ab. Lenke deinen Blick und deine Aufmerksamkeit auf Dinge, Menschen, Gesprächsthemen, die dir gefallen, die dir guttun!

In der Phase, in der du gerade steckst, ist das leichter möglich, als wenn du noch vollkommen im Kampfmodus steckst. Denn du hast erkannt, dass vieles von diesem Kampf keinen Sinn hat. Du ahnst mittlerweile, dass sich nichts ändern wird. Du hast inzwischen ein Gespür dafür, dass du dich in alle Richtungen verbiegen könntest – es würde doch nicht passen. Also ist jetzt genau die beste Phase erreicht, in der es zügig für dich vorangehen kann!

Da könnte ich dir drei erprobte Schritte vorschlagen:
Schritt eins: Abstand vom Konflikt
Schritt zwei: Selbstwahrnehmung
Schritt drei: Gedankenmuster überprüfen und gestalten

Das ganze Theater brauchst du doch nicht mehr. Ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen, wo dir egal ist, was sie denken? Das ist das Allerbeste überhaupt! Denn solange du noch damit beschäftigt bist, was sie denken, sagen und tun, kannst du dich nicht frei auf dich konzentrieren.

Jetzt aber könnte dein Weg frei werden!

Glück

Schritt eins: Abstand

Um dich zu befreien, ist es notwendig, dich zu schützen, dich erst einmal aus der Gefahrenzone zu bewegen. Begib dich aus der Schusslinie.
Blockiere auf deinem Handy alle Nachrichten und Anrufe von Schwiegermutter oder Schwiegereltern. Gehe nicht ans Festnetz, wenn sie anrufen. Blockiere sie bei Facebook und auf allen anderen sozialen Medienkanälen. Gehe auf kein Familientreffen mehr. Schau, dass du sie nicht triffst. Halte Abstand, so gut es geht. Sage auch deinem Mann, dass du nichts mehr wissen willst, keine Nachrichten von ihr, keine Neuigkeiten, keine Informationen. Nichts.

Hol deinen Mann mit ins Boot, denn ihn brauchst du, damit er dir deine Ruhe gönnen kann.

Dein Partner

Teile dich deinem Partner mit. Zeig dich ihm. Vielleicht sah er bisher nur die kämpfende, wütende oder schnaubende Frau. Hat er deine wahre Verletztheit überhaupt schon gesehen? Weiß er, wie es dir wirklich geht? Öffne dich ihm. Zeig ihm deine Verletztheit. Nicht vorwurfsvoll. Lass ihn los, indem du nicht von ihm forderst, was er alles sagen oder machen soll. Erzähle ihm, wie es dir geht. Wie du leidest, wie es sich für dich anfühlt. Erzähle ihm, wie dein Alltag erfüllt ist von diesem Schmerz. Und erzähle ihm auch, dass du wieder lachen willst, dass du dich wieder auf deine Interessen konzentrieren willst, dass du dich wieder den Dingen mit voller Aufmerksamkeit widmen willst, die dir wichtig sind. Erzähle ihm, dass du die Partnerschaft wieder genießen willst, dass du dein Leben wieder genießen willst. Und, dass du dazu jetzt erst mal Abstand brauchst. Sag ihm auch, dass er nichts tun muss, außer dich mit allen Informationen und Neuigkeiten in Ruhe zu lassen, die von ihnen kommen. Er soll dir nichts ausrichten, sich nicht einmischen.

Je mehr Abstand du bekommst, umso besser für dich. Achte dich!

Schritt zwei: Selbstwahrnehmung

Lehne dich einfach zurück. Und frage dich:

Was für ein Mensch war ich einmal?
Was sind meine Interessen?
Was tut mir gut?

Gut zu wissen

Finde heraus, was dir richtig guttut, denn du brauchst jetzt mal Balsam auf deine Seele. Deine Wunden dürfen auch versorgt werden. Du darfst getröstet werden, du darfst energetisch aufgeladen werden, du darfst umarmt werden, du darfst Pause machen, du darfst dich wieder entdecken.
Was tut dir denn gut? Willst du dir Gutes gönnen? Eine Massage, eine Aussprache mit jemand Unbeteiligtem, eine Chakren Reinigung, ein dicker Blumenstrauß – hör auf dich, was für ein Typ bist du? Magst du Wellness Tage buchen oder bist du eher ein anderer Typ? Fange jetzt schon damit an, auf dich zu hören! Manch eine Frau kann mit Wellness und Sauna gar nichts anfangen. Viele brauchen eher ein gutes Buch über Mystik und manch eine Frau braucht interessante wissenschaftliche Neuigkeiten und wieder eine andere Frau braucht schöne Dinge um sich herum und eine andere Frau braucht ihr geliebtes Hobby, um endlich mal wieder sich selbst zu spüren. Hör in dich hinein.

Was ist liegen geblieben all die Jahre, was wolltest du immer schon tun, was hast du vernachlässigt?
Was fordert dich? Intellektuell und geistig – was fordert von dir Konzentration?
Finde also, was dir guttut, finde wieder etwas, das dich ausmacht. Lass dir Zeit und freue dich auf die Entdeckungsreise zu dir!
Das alles klappt aber nur, wenn du dich distanzierst von allem, das dir wehtut! 

Schritt drei: Gedankenmuster überprüfen und gestalten

Kannst du dich eventuell noch an Zeiten erinnern, als du vollkommen verliebt warst in jemanden? Ja? Dann kannst du jetzt bestimmt prima verstehen, wie das gemeint ist mit dem Denkmuster: Wenn du verliebt bist, denkst du die ganze Zeit an den Auserwählten. In der Schule, bei der Prüfung, beim Fernsehen, in der Arbeit, beim Einkaufen, beim Essen – überall und immer denkt man an diesen einen Menschen. Das Denken ist erfüllt davon. Freilich läuft der Alltag mechanisch und automatisch ab, aber das Denken erfüllt doch den Alltag mit einer besonderen Stimmung. Wenn du verliebt bist, dann ist das eine schöne Stimmung. Und diese Stimmung macht auch was mit dir.
Leider geht das auch, wenn die Situation mal nicht so schön ist. Wenn Streit oder ein Problem auftauchen, beginnen die Gedanken schon, sich darum zu drehen.
Viele Schwiegertöchter haben den ganzen Tag nur mehr die Schwiegereltern im Kopf. Alle Gedanken drehen sich um den Konflikt mit den Schwiegereltern. Manche Frauen denken bei jeder Tätigkeit an die Schwiegermutter: beim Fensterputzen, beim Kochen, beim Müll runterbringen, bei jeder Tätigkeit im Haus. Alles, was einmal kritisiert wurde, hat sich tief eingebrannt in die Gedanken und jedes Mal flackern diese Worte wieder auf. Erst wenn man das Haus verlassen hat, wird es ein wenig leichter für die Schwiegertochter. Dann wird sie mal abgelenkt und kann andere Dinge wahrnehmen – ist sie dann wieder daheim, geht das ganze Gedankenkarussell von vorne los.

Auch Frauen, die nicht im Haus der Schwiegereltern wohnen, werden meist per Handy oder Tratschereien dauernd am Laufenden gehalten über Schwiegermutter. Diese Frauen haben den Ärger überall dabei. Beim Einkaufen, in der Arbeit, beim Joggen, überall kann die Nachricht herein trudeln: Ein weiterer Angriff von Madame Schwiegermutter höchstpersönlich…

Darum ist es praktisch für dich, wenn du deine Gedanken ein wenig beobachtest. 
Wie oft am Tag denkst du an deine Schwiegermutter?
Bei welchen Tätigkeiten denkst du an sie?
Beobachte dich und mach dir eine Strichliste: Jedes Mal, wenn du an deine Schwiegermutter oder deine Schwiegereltern oder deinen Schwager und deine Schwägerin denkst, mach einen Strich.
Vielleicht schaffst du es nicht immer, aber es wird einfacher, je länger du diese Übung machst. Du ertappst dich und merkst, dass du schon wieder an sie denkst. Somit kannst du dich schon ein wenig distanzieren davon. Beobachten verändert!
Bist du entsetzt, wie viele Strichlein du zusammenbekommst?

Wie wäre es, wenn all diese Strichlein nur Strichlein wären für schöne Gedanken?

glückliche Schwiegertochter

Genau dahin darfst du dich wieder entwickeln, dass deine Gedanken um schöne und angenehme Themen kreisen.

Denn wenn du so weitermachst, was geschieht dann mit dir?

Wenn du während des Tages hauptsächlich deine Schwiegereltern im Kopf hast, hast du keine Zeit mehr, an die Dinge zu denken, die dir guttun!
Wenn deine Grundstimmung schon ganz zersetzt ist mit dem Konflikt mit deinen Schwiegereltern, färbt diese Stimmung auch alle anderen Bereiche ein. Dein ganzer Alltag, deine Gefühle, dein Bewusstsein bekommen diese Stimmung aufgedrückt!

Wenn du bereits körperliche Symptome erkennst, wie Magenschmerzen, Sodbrennen, Kopfschmerz, Verspannungen, Herzrasen, und du diese Symptome direkt auf den Konflikt mit deinen Schwiegereltern zurückführen kannst, wirst du deinem Körper nicht helfen, wenn du immer wieder mit diesem Konflikt zu tun hast.

Dein Denken, deine Wahrnehmung, dein Bewusstsein, dein Alltag, deine Handlungen – alles ist behaftet mit dem Schmerz, den du mit dir mitträgst. So hast du wenig Gelegenheiten, das Leben auch wieder einmal richtig fröhlich und entspannt wahrzunehmen. Lass nicht zu, dass von dem kraftvollen, fröhlichen Menschen, der du mal warst, nicht mehr viel zu sehen ist.
Wenn du merkst, wie oft du eigentlich an sie denkst, kannst du das verändern.

Lücke füllen

Stell dir vor, du sitzt in diesem Container und hast vor zwei Minuten beschlossen, nur mehr Schönes zu betrachten. Du schaust in den Himmel über dir. Aber um dich herum ist schlechte Stimmung. Du beginnst, aus dem Container herauszusteigen, damit du Abstand von dieser Stimmung bekommst. Du hast auch schon herausgefunden, was dir wirklich guttun würde. Aber da funkt dir dein Gehirn wieder dazwischen und will immer an die Menschen denken, die noch im Container sitzen: Was werden sie wohl denken, was werden sie wohl wieder erzählen über mich… Denn das sind die Gedanken, die dein Gehirn mittlerweile gewohnt ist. Dein Gehirn will es einfach und denkt immer in die Richtung, die von deiner Aufmerksamkeit am meisten unterstützt wird. Und weil dein Gehirn ununterbrochen denken will, musst du ihm neuen Stoff geben. Wenn es jetzt nicht mehr an die Schwiegereltern denken soll, musst du ein wenig mithelfen. Darum ist eben enorm wichtig, dass du dich hinterfragst, was dir denn guttut, was dich interessiert, was du machen willst. Beschäftige dich mit dir und deinen Freuden, deinen Leidenschaften. Weigere dich einfach, an die anderen zu denken, die dir nicht guttun. Jedes Mal, wenn du dich ertappst, dass du wieder an sie denkst, sage „STOPP“ zu dir selbst und denke gleich an etwas, das dir gefällt. Dreh dem Container den Rücken zu und schau dich um…

Und dann setze dich für das ein, was dir wichtig ist. Deine Ehe, deine Familie, dein Leben, dein Hobby, deine Freunde, deine Interessen, deine Karriere…
Aber vor allem setze dich für dich selbst ein. Denn du bist der wichtigste Mensch! 
Nicht deine Kinder, nicht dein Partner, DU bist der wichtigste Mensch in deinem Leben!

Vielleicht möchtest du auch, dass jemand anderer einfach alles gut macht und mit einem Zauberspruch alle Probleme löst… Aber ich sage dir, dein Leben kann für dich viel schöner werden, wenn du dich selbst auf den Weg machst. Wenn du selbst herausfindest, wo du denn eigentlich steckst.

Wer sich selbst gefunden hat, hat den großen Schatz gefunden!

glückliche Schwiegertochter

Also, nimm all deine Kraft zusammen und drehe dich in die Richtung, die dir guttut. Lass alles Negative an dir abprallen – dreh dich um und öffne die Augen.

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