Sie lassen ihn nicht los…

Sie lassen ihn nicht los…

Schwiegereltern lassen den Sohn nicht los…

Bist du auch schon mal ganz wild geworden vor Wut? Weil gerade dann, als ihr einen schönen Ausflug machen wolltet, hat die Schwiegermama angerufen: Es geht ihnen ja so schlecht und dein Partner soll schnell kommen und ihnen helfen!

Gut, das geht schon mal, aber warum kommen diese Anrufe komischerweise immer genau dann, wenn ihr Zeit habt, wenn ihr was vorhabt, wenn ihr euch auf etwas gefreut habt – ist doch genau so, oder?

Oder auch an anderen Zeiten soll der Sohn daheim einfach wieder sein Amt übernehmen und da sein für die Eltern. Da soll er das erledigen, dort hinfahren, da dabei sein…

Das regt dich auf. Denn du willst ja auch was haben von deinem Partner und wenn ihr Kinder habt, wollen die den Papi ja auch erleben. Kann doch nicht sein, dass die knappe Freizeit vollkommen für seine Eltern aufgeht. Kann doch nicht sein, dass er nach der Arbeit jedes mal wirklich noch zu seinen Eltern fahren muss und dort bekommt er dann auch gleich ein leckeres Abendessen, du wartest daheim und dann sagt er dir, dass er schon gegessen hat. Kennst du das?

Wut und Kampf

Also, reg dich nicht mehr auf!

Wenn es schon passiert ist, dass du mit dem Essen umsonst gewartet hast, dann bitte deinen Partner, dass er dir in Zukunft Bescheid gibt, ob du warten sollst und wie lange! Dann überlegst du, ob du das willst. Ganz einfach. Denn wenn er dir am Handy schreibt: „Wartest du mit dem Essen auf mich? Kann etwas später werden…“ Dann weißt du überhaupt nichts! Verlange eine ungefähre Zeitangabe und dann kannst du entscheiden, ob du warten willst, oder ob er sich das Essen später selbst aufwärmen kann.
Hat er dich schon öfter mit dem Essen sitzengelassen, weil er ja bei Mama gleich gegessen hat, dann frag ihn in Zukunft, ob er abends beim Essen dabei ist. Somit hilfst du dir selbst, dass du dich nicht immer aufregen musst!

Gut zu wissen

Das sind genau diese Kleinigkeiten, die wir immer übersehen, die wir nie so ernst nehmen, um darüber zu sprechen. Wenn diese Situation zwei- oder dreimal passiert, dann sind wir sauer. Und daraus kann sich Streit entwickeln, Misstrauen. Aus solchen Kleinigkeiten. Darum hake einfach nach, lass dich nicht abwimmeln mit so „larifari“ Aussagen. „Später“ – wer definiert das von euch beiden? Für dich bedeutet „Später“ vielleicht eine halbe Stunde, für ihn zwei Stunden? Sprich das genau durch, dann habt ihr beide keinen Grund, wegen solchen banalen Dingen zu streiten.

Fünftes Rad am Wagen?

Wenn dein Partner jedes mal alles liegen lässt, weil Mama gerade angerufen hat, dann kommst du dir eventuell wie das fünfte Rad am Wagen vor.
Liebe Schwiegertochter, das hat mit dir überhaupt nichts zu tun!
Viele Frauen denken dann, dass der Partner sie nicht richtig liebt, dass sie immer nur die Nummer zwei in seinem Leben sind. Das stimmt nicht! Nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Männer haben als Nummer Eins in ihrem Leben ihre Mama. Die meisten Männer lieben nur ihre Frau von ganzem Herzen! Aber sie sind gefangen in einem Spiel, das sie von klein auf erlernt haben. Dazu erfährst du mehr im kommenden E-Book.

Das Wichtigste im Herzen haben…

Wenn du jetzt streitest mit deinem Partner, weil er dich sofort abserviert und zu seinen Eltern läuft, bringst du die Sache nicht wirklich voran.
Es wird ihn vielleicht selbst aufregen, nerven, aber er kann nicht anders. Hier kannst du ihm helfen, dass du ihn einfach mal fragst, wie er sich ein Familienleben mit dir und den Kindern überhaupt vorstellt. Wie soll das für ihn ablaufen? Wie soll ein Wochenende aussehen? Wie soll die Freizeit aussehen? Was wäre, wenn ein Kind mal den Papa braucht zum Angeln oder Zelten?
Mit diesen Fragen kannst du bei ihm herauskitzeln, was ihm Freude machen könnte. Nicht für dich, sondern für ihn. Er darf auch mal wissen, was ihm eigentlich Freude machen würde. Meist haben diese Söhne selten auf sich selbst geachtet.

Hier muss aussortiert werden! Das ist zu viel!

Du darfst ihn auch festnageln: Wenn ihr das nächste Mal einen Ausflug plant, darfst du von ihm verlangen, dass er dafür sorgen soll, dass Mama nicht dazwischenfunkt. Denn sonst planst du deine Ausflüge in Zukunft mit anderen. Oder du fährst alleine. Du darfst ihm auch sagen, dass du aber am liebsten mit ihm fahren würdest. Weil es mit ihm so schön ist.
Du hast dich schon ein paar Mal versetzen lassen, oder hast schon öfter stundenlang gewartet, aber in Zukunft willst du das nicht mehr machen. Das ist keine Erpressung, sondern deine Grenze. Deine Vorstellung von einem gemeinsamen Leben!
Sag ihm das alles ganz ruhig, aber bestimmt.
Du sprichst also von dir! Machst keine Vorwürfe, aber du stellst Grenzen auf. Das ist gut für euch!

Du kennst ja deinen Partner, leidet er unter diesen Anrufen? Regt er sich auf? Ist es ihm auch zuwider, dass er immer springen soll? Aber er weiß einfach nicht, wie er es anstellen soll, dass sie ihn in Ruhe lassen?
Dann kannst du ihm helfen, indem du ihm sagst, wie er eventuell vorbereitend mit seinen Eltern spricht:
Kann er vielleicht vorher der Mama schon sagen, dass der Sohn übermorgen keine Zeit hat? Kann er den Eltern eventuell feste Zeiten vorschlagen, wo er verlässlich vorbeikommt und hilft, die anderen Zeiten sind aber fest verplant und werden nicht durcheinandergebracht? Kann er vielleicht die Geschwister einschalten, dass auch die mal ein paar Dienste übernehmen?

Sprich mal mit ihm darüber, was genau die Eltern da immer von ihm fordern? Sind sie wirklich stark eingeschränkt und brauchen wirklich seine Hilfe? Haben sie wirklich solche Schwierigkeiten, sodass sie alleine nicht klarkommen? Dann überlegt zusammen, wie ihr eine Lösung finden könntet. Eventuell Pflege organisieren oder Hilfsdienste bestellen oder die Nachbarn der Eltern mobilisieren. Besprecht euch.
Sind die Eltern aber noch rüstig, gesund und aktiv, dann geht es meist um die Bequemlichkeit: Es ist einfach bequem, wenn der Sohn alles erledigt und das war schon immer so, und außerdem sind sie sonst so allein. Das sind Dinge, die die Eltern aber jetzt mal schleunigst lernen dürften. Der Sohn ist erwachsen und darf damit herauswachsen aus seiner alten Aufgabe. Da darfst du deinen Partner darauf hinweisen, dass die Eltern das auch alles selbst erledigen können. Er soll entscheiden, was er alles für sie machen will und was nicht – kannst du ihm ja mal vorschlagen…

Tüftelt beide aus, hilf ihm dabei, aber setze ihn nicht unter Druck. Es ist sein Prozess und den beschleunigst du nie mit Vorwürfen, Drohungen oder Erpressung.

Er soll ja in dieses Gefühl kommen können, dass er entscheidet in seinem Leben! Das befreit ihn, das tut ihm gut! Wenn du jetzt mit ihm streitest, ihm drohst, von ihm verlangst, dann bist du „die auf der anderen Seite“: Auf der einen Seite ziehen die Eltern an ihm und auf der anderen Seite ziehst du an ihm! So kommt ihr nicht weiter.
Du bist seine Partnerin, seine Lebensgefährtin. Also begleite ihn. Lass ihm seine Zeit, um das alles selbst zu durchschauen. Freilich kannst du ihm alles sagen, was du davon hältst und wie du die Sache siehst, aber unter Druck setzen ist keine gute Idee. Er wird seinen Prozess nur beginnen, wenn er den Schmerz spürt, der auftaucht, weil da so an ihm gezogen wird. Ziehst du auch an ihm, blockiert er. Wird nur auf einer Seite gezogen, wird auch der Schmerz genau dort sichtbar! Und dann merkt er, dass hier etwas verändert werden muss. Sei bei ihm, begleite ihn, lass ihm seinen Prozess. Du entscheide aber auch immer für dich, inwieweit du nachgibst. Du solltest dir auch nicht denken, dass er noch so unerfahren ist, weil er diesen Prozess noch nicht hinter sich hat und du vielleicht schon längst. Jeder Mensch hat seine eigenen Prozesse zu seiner eigenen Zeit. Er hat vielleicht schon andere Themen gelöst, die bei dir noch anstehen…Urteile nicht, bleib bei ihm, konzentriere dich auf die Liebe zu ihm, denn genau die braucht er jetzt am meisten!

Liebe
Liebe ihn Yeah!

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