Ansprechen oder nicht?

Ansprechen oder nicht?

Ansprechen oder nicht?

Vielleicht haben dir deine Freundinnen oder andere Bekannte schon öfter mal den Rat gegeben, deine Schwiegermutter/Schwiegereltern doch einfach nur mal darauf anzusprechen, was dich so nervt. Denn das ist ja einfach und danach ist alles geklärt…

Friede

Wenn´s so einfach wäre und wenn danach auch wirklich alles geklärt wäre …

Denn: entweder du traust dich nicht, etwas anzusprechen, oder du hast es schon mal angesprochen und danach war aber erst recht Aufruhr über dich als unbelehrbare Schwiegertochter.

Warum traut sich eine Schwiegertochter nicht, etwas anzusprechen?
Z. B. wenn die Schwiegertochter doch schon alleine entscheiden kann, wie oft sie am Tag das Haus verlässt und wohin sie denn fährt, aber die Schwiegermutter dauernd nachhakt, wo sie denn jetzt wieder hinwill. Die Schwiegermutter fängt die Schwiegertochter im Treppenhaus ab und maßregelt die Schwiegertochter, weil man ja nicht so oft herumfährt, was das alles kostet und daheim wäre ja so viel zu tun im Haushalt … 
Das passiert nicht nur einmal, sondern jedes Mal! Anfangs hat die Schwiegertochter noch immer brav Auskunft gegeben, doch dann sind die wahren Ansichten der Schwiegermutter ans Licht gekommen, dass sich nämlich eine Frau, eine Ehefrau und eine Mama nicht so verhält, und dass diese andere Aufgaben hat und diese auch erfüllen soll. Es geht demnach nicht mehr darum, dass die Schwiegermutter einfach nur neugierig ist oder teilhaben will am regen Ausflugsleben der Kinder, nein, sie kann damit nicht umgehen, dass eine junge Mutter aktiv ist, selbstständig und nicht immer nur die Wohnung putzt. Sie unterstellt damit unausgesprochen der jungen Mutter und jungen Ehefrau, dass sie nicht richtig wirtschaftet! Das beleidigt die Schwiegertochter. Und so beginnt die Schwiegertochter, dass sie sich vorbeischleicht an der Tür der Schwiegermutter, dass sie leise das Haus verlässt oder betritt, dass sie triftige Gründe aufweisen kann, dass sie plötzlich überlegt, wann und ob sie jetzt das Haus verlassen kann oder nicht. Sie engt sich ein, handelt nicht mehr frei. Dadurch staut sich Abwehrhaltung in ihr auf. Sie ist eine gute Ehefrau und eine gute Mutter! Was bildet sich die Schwiegermutter überhaupt ein? Und darum spricht man als Schwiegertochter nicht mehr an, dass man schon weiß, was man macht, weil die Äußerungen der Schwiegermutter zu sehr getroffen haben: Sie haben die Schwiegertochter beleidigen können! Das ist der Punkt!

Wenn du schon einmal beleidigt wurdest, gehst du auf Abwehrhaltung und kannst nicht mehr frei sprechen oder dir frei und locker deinen Freiraum erhalten, du steigst in eine Kampfhaltung ein.

Auch wenn du jetzt schon in dieser Abwehrhaltung steckst und du voll genervt bist, kannst du noch etwas ändern in deiner Wahrnehmung: Steige nicht auf die Beleidigung ein, die dich erreicht hat, dass du nämlich nicht weißt, wie sich eine anständige und richtige Ehefrau verhalten soll. Steig nicht darauf ein, das ist ihr Rollenbild einer Ehefrau und Mutter. Es ist ihr Bild, es ist ihre Vorstellung von einem Leben als Ehefrau, es ist ihre Anschauung darüber, wie eine Familie und Ehe zu führen ist. Es ist ganz allein ihr Thema! Lass es damit bei ihr! Lass es bei ihr, es ist auch ganz allein ihre Sache, darüber Neues zu lernen und sich einer neuen Zeit anzuschließen oder ewig in ihrem alten Bild zu verweilen und sich dafür aber ständig aufzuregen. Es ist ihre Sache. Du brauchst ihr auch nichts beibringen, nichts erklären, nichts beweisen. Lass es einfach bei ihr. Nimm es nicht an. Es hat mit dir nur etwas zu tun, wenn du es annimmst. Lass es bei ihr und bleib du bei dir.

Sei einfach locker und sag höchstens, dass du erwachsen bist und schon weißt, was zu tun ist und dass du deine eigenen Erfahrungen machen willst. Gar nicht lange drauf eingehen, sondern es kurz und entschlossen beenden, diese Fragerei. Vielleicht kannst du sie auch noch extra fordern, indem du sie fragst, ob du für sie was mitnehmen sollst oder was sie denn heute so macht …
Sprich von ihr, lenke von dir ab, frage sie über sie und ihre Unternehmungen oder Aufgaben. So wendet sich schnell die Aufmerksamkeit. Nicht mehr du bist im Mittelpunkt, sondern sie …

Bleib locker, nimm es nicht an. Denk immer daran, dass es ihr Thema ist! Und nur sie allein ist dafür zuständig, dieses Thema in ihrem Leben zu lösen oder weiter zuzulassen. Es ist nicht deine Aufgabe, sie zu überzeugen. Es ist deine Aufgabe, bei dir zu bleiben und dir von solchen Kleinigkeiten nicht den Tag durcheinander bringen zu lassen. 

Glück

Wenn du nicht zulässt, dass Beleidigungen (auch die unterschwelligen, die nicht deutlich ausgesprochenen, die versteckten) dich erreichen: dann kannst du auch leichter ansprechen, dass du dein Leben schon im Griff hast. Oder du kannst sie schneller ablenken auf ein anderes Thema. Oder du kannst lockerer damit umgehen, dass sie immer nachfragen will. Außerdem passiert dir dann nicht, dass du voller Zorn und Verletztheit ihr etwas an den Kragen wirfst, einen Vorwurf, einen überfälligen Kommentar, eine Beleidigung – all das hat sich in dir lange angestaut und kommt jetzt mit einem Knall aus dir heraus. Denn damit hat sie dann erst recht wieder einen Grund, gegen dich mobil zu machen, denn jetzt kannst du dich nicht mal richtig benehmen! Verstehst du bestimmt. Denn genau das passiert täglich. Sie provoziert, unbewusst oder bewusst, du lässt dich provozieren und steigst voll drauf ein und dann entstehen die Streitigkeiten, die Gemeinheiten.

Nicht deinetwegen! Nicht ihretwegen! Sondern weil ihr beide, du und deine Schwiegermutter dieses Spiel gespielt habt. Steig aus, sei schlauer, sei reifer, mach nicht mit, lass dich nicht provozieren. Stell dich nicht auf ihr Niveau. Es ist ihr Thema, ihr Problem. Mach es nicht zu deinem Thema. Bleib stark!

Also: Ansprechen oder nicht? Klar, aber locker, befreit, mit deiner Zuversicht, mit deinem Vertrauen auf dich selbst! Nicht mit der Mißtrauensstimmung deiner Schwiegermutter, nicht mit dem Schwert der Moral und Sitte der älteren Generation.
Sei fröhlich und frei.

glückliche Schwiegertochter

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