Immer dieses Einmischen!

Immer dieses Einmischen!

Das gibt’s doch nicht! Jetzt mischt sie sich sogar da auch noch ein!

Kennst du das, wenn sich deine Schwiegermutter massiv einmischt? Oder dein Schwiegervater?
Wenn da jemand alles besser weiß? Wenn da jemand glaubt, er kann und muss überall mitreden? Wenn da jemand meint, er muss seine Meinung zu jedem Thema ungefragt den anderen aufdrücken?

Nervt ziemlich.

Genervte Schwiegertochter

Oft ist es auch so, dass du nicht direkt angesprochen wirst, sondern dass du durch andere erfährst, was Schwiegermutter über dich denkt. Du hast den Haushalt nicht im Griff, in der Mülltonne lag schon wieder viel zu viel, was man noch verwenden hätte können, du kaufst zu viel ein, deine Fenster sind nicht sauber geputzt, du schläfst den ganzen Vormittag, du gehst nie raus… ach, da gibt es noch so vieles, das kann ich gar nicht aufzählen. Denn da reicht ja nicht mal ein Artikel aus, wenn ich aufzählen würde, worin sich Schwiegermütter einmischen, es ist unglaublich. Bis in die intimsten Bereiche! Oder bei den unwichtigsten Themen! Und auch bei den emotionalsten Themen. Genau da haben sie dann auch ihre Finger drin.
Es gibt keine Hemmschwelle, keine Grenze! Was ich da manchmal höre, lässt mich nur den Kopf schütteln.

Was erlauben sich da manche Damen überhaupt? Für wie dumm, naiv, ungebildet und unfähig halten sie ihre Schwiegertöchter überhaupt?

Liebe Schwiegertochter, es kratzt am Selbstbewusstsein, wenn man in den privatesten Bereichen kritisiert wird.

Natürlich gibt es die Schwiegermütter, die es wirklich nicht böse meinen, sie wollen wirklich einfach nur Tipps geben. Vielleicht, weil sie selbst niemanden hatten, der ihnen mit Tipps und Ratschlägen zur Seite stand und sie sich alles selbst hart beibringen mussten. Damals.

Die Mehrheit aber traut der Schwiegertochter nicht zu, was Schwiegermutter alles gut kann.

Ob jetzt eine Schwiegermutter es nur gut meint oder ob sie wirklich glaubt, ihre Schwiegertochter ist unfähig, es geht darum, dass ungewünschte Ratschläge oder Verbesserungsvorschläge einfach nicht erwünscht sind. Vielleicht Anfangs noch, wenn die Beziehung noch nicht so belastet ist. Aber es nervt gewaltig gerade da, wenn sie dir Tipps gibt bei Dingen, die für dich von allein laufen. Bei Handlungen, die du mit links machst, die du nebenbei machen kannst, weil es automatisch abläuft bei dir. Genau da sticht sie dann rein mit ihrem „Tipp“. Da fällt ihr dann auf, dass man das ja viel einfacher machen könnte, dass man das doch anders machen muss. Da denkst du dir dann, das gibt’s doch nicht, jetzt passt nicht mal mehr das Einfachste!

Kannst du den Besen richtig halten? Kannst du das Staubsaugerkabel richtig in den Staubsauger ziehen lassen? Kannst du das? Sei dir lieber nicht so sicher! Da kann man was falsch machen! 😊

Es sind ja nicht nur solche Kleinigkeiten, die sie der Schwiegertochter nicht zutraut. Da sind auch die großen „Tipps“, die, die weh tun. Das sind Kritiken, die eine Schwiegertochter dann wirklich persönlich verletzen. Und genau die erschaffen dann die Sensibilität, um allergisch gegen die Tipps der Schwiegermutter zu werden. Denn sie hat vor nichts Halt gemacht: Nicht vor den belanglosen Handlungen und auch nicht vor den privatesten, intimsten Themen. Wenn du persönlich schon hinterfragt wurdest in deinem Können, deinem Denken, deinem Tun, deinem Handeln, dann weißt du, wie weh das tun kann, denn du wirst hier ja nicht behutsam auf etwas aufmerksam gemacht, sondern das wird dir rücksichtslos und respektlos als Vorwurf an die Stirn geworfen. Du wirst verletzt. Du wirst wirklich tief verletzt. Und wenn du verletzt wirst und die Beleidigungen gehen munter weiter, dann willst du auch nicht mehr den kleinsten Ratschlag hören, selbst wenn er wirklich praktisch wäre. Du blockierst.

Noch nicht verletzt, nur genervt?

Wenn du noch nicht beleidigt wurdest, noch nicht verletzt, dann nimm das alles sportlich, höre dir an und entscheide, ob der Tipp gut ist oder nicht. Nimm ihn an oder verwerfe ihn gleich. Nimm nichts persönlich, bleib sachlich und bleib dir immer treu. Vielleicht kannst du dir noch denken, dass sie vielleicht Angst hat, unsicher ist, dass sie kein Vertrauen hat, oder dass sie von sich selbst eben so überzeugt ist, dass sie wirklich meint, sie ist die beste Frau der Welt, das kannst du dann alles bei ihr lassen, das hat mit dir überhaupt nichts zu tun. Lass locker und wäge ab. Wenn es dir zu viel wird, kannst du hier in diesem Stadium leichter sagen, dass sie mal vertrauen soll, dass du das schon machen wirst, dass du schon erwachsen bist, dass auch dir das Wohl der Familie am Herzen liegt – du kannst sie eher in ihre Schranken weisen.  Schüttle es locker ab, nimm es nicht so ernst. Vielleicht kannst du ihr auch helfen und ihr zeigen, dass deine Methode gar nicht so schlecht ist. Wenn sie meint, du verräumst den Schnee nicht richtig, dann hör dir an, worum es ihr denn geht, dann geht es einfach nur um Argumente, um einen Zweck. Kannst du das auch so erkennen? Dann hör auf sie, wenn nicht, dann erklär ihr, dass du es aber anders machen willst, weil du das eben vollkommen anders siehst. Vielleicht gibt’s noch einen Kompromiss. Aber der muss passen für dich!!

Wirst du beobachtet?

Dann entscheide, ob du weitermachen willst oder ob du gleich aufhörst. Überlege für dich. Es geht um deine Würde. Du bist doch kein kleines Kind mehr. Worum geht es dir? Willst du nur beweisen, dass du fleißig bist? Hör auf, es geht dir um ihre Anerkennung.
Machst du es, weil es dir Spaß macht, weil du das gerne machst? Dann mach weiter und übe, ob du ihre Blicke und Äußerungen übersehen und überhören kannst, weil dir die Tätigkeit gerade viel mehr gibt. Entscheide immer für dich.    
Wenn du überhaupt nichts mehr recht machen kannst, dann soll sie es alleine machen. Wenn sie das nicht mehr machen kann, aus körperlichen Gründen vielleicht, dann muss sie schlucken, wie du es machst.
Wenn von ihr die klare Ansage kommt: „Entweder du gießt die Blumen ab jetzt mit dieser Gießkanne, da kommt nicht so viel Wasser raus, denn du verschwendest mit der großen Gießkanne immer zu viel Wasser und das Tropfwasser verschmutzt meinen Balkon darunter, oder du darfst dir dann keine Blumen mehr rausstellen!“ Wenn ihr das Haus gehört oder wenn sie Schaden nimmt durch das Tropfwasser, dann musst du abwägen: Blumen jetzt anders gießen, damit unten ihr Balkon nicht mehr abgetropft wird oder Blumen weg! Überlege immer für dich! Willst du dann in Zukunft deine Blumen gießen, immer mit der Vorsicht und den Blicken nach unten, ob da ja auch alles passt? Du wirst keine Freude mehr an den Blumen haben. Such dir einen anderen Platz für deine Blumen und genieße sie! Ohne deine Schwiegermutter im Genick zu haben.
Wie gesagt, wenn das Verhältnis zwischen euch beiden in Ordnung ist, dann hätte sie gesagt, dass da immer so viel Schmutzwasser auf ihren Balkon tropft, ob du da was machen könntest. Du hättest dann selbst überlegt, aufgepasst, getüftelt. Aber so hat sie gleich alles durchdacht, alles geplant und durchschaut und feste Regeln aufgestellt. Das lässt dir nur den Spielraum „entweder, oder“ – nicht sehr nett. Nicht sehr vertrauensvoll. Sie hat dir gleich gesagt: “Entweder du befolgst meinen Rat oder du darfst nicht mehr … !“ Das ist schon ein starkes Stück.
So kannst du dann aberauch sagen, wenn sie dich beobachtet, wie du die Mülltonne sauber machst: „Entweder ich mache das so, wie ich das machen will, oder du machst es selbst!“ Aus. Hör immer auf dich, ab wann sich etwas schlecht anfühlt. Dann sei achtsam und setze dich dafür ein, dass du wieder ein gutes Gefühl bekommst. Es bringt dir nichts, die Garageneinfahrt zu kehren mit dem dauernden Gefühl dass du beobachtet wirst oder mit dem schlechten Gefühl, was sie denn wieder sagen wird. Hör dann auf. Entweder es wird geklärt, wer was wie machen kann, oder dann soll sie es selbst machen.

Wenn das Haus deinem Mann und dir gehört, bist du verantwortlich. Du befindest dich in einer anderen Position. Und jetzt kannst du nicht mehr einfach etwas sein lassen, was gemacht werden muss. Also braucht es jetzt klare Ansagen von dir. Überlege auch jetzt, sind ihre Ansagen gut und umsetzbar für dich oder nicht. Denn sie hört ja nicht auf, vieles besser zu wissen. Bleib bei dir, wäge sachlich ab, bleib aber immer bei dir. Lass dich nicht von dir wegziehen, indem du auf Kampf einsteigst.

Bereits verletzt?

Auch, wenn du bereits verletzt wurdest, tappe nicht in die Falle, mit ihr zu kämpfen. Warum solltest du mit ihr darum kämpfen, wer recht hat, wie man das Fenster richtig putzt? Warum? Sie will dir ihre erprobte Methode aufdrängen, sie will, dass du das übernimmst. Da geht es um sie, um ihre Eitelkeit, um ihre Angst, um ihre eigenen Themen. Wenn du das nicht willst, weil es dir einfach zu blöd ist, bleib bei dir.

Entweder du schützt dich erst mal, dass du ihre Kommentare nicht mehr hören musst, oder du machst direkt eine Ansage.

Wenn du wirklich verletzt bist, wenn du wirklich gekränkt bist, dann brauchst du erst mal Schutz und Geborgenheit. Weiche ihr aus, lass dir nichts mehr erzählen, hör dir nichts mehr an.
Und dann mach deine gewohnten Handlungen bewusst genau so, wie du sie machen willst. Denn genau hier beginnt, dass dann viele Frauen an die Äußerungen von Schwiegermutter denken. Jedes mal, wenn sie diese kritisierte Tätigkeit ausführen. Jedes mal. Stoppe das. Schau dir zu, wie du deine Tätigkeit machst und mache es bewusst und mit Respekt und Achtsamkeit. Das sind die Kleinigkeiten wie eben Fensterputzen, Wäsche aufhängen, mach das dann ganz bewusst, es ist dein Tun! Tu es bewusst, nach deinem Wunsch, nach deiner Art und Weise. Ganz bewusst, mach es wieder zu deinem Tun. Denn stell dir vor, da hast du vorher vielleicht immer super gute Musik gehört, wenn du die Fenster geputzt hast, jetzt aber musst du nur noch an Schwiegermutter denken und hast ein mieses Gefühl und fühlst dich beobachtet noch dazu und du denkst dir gleich aus, was sie wieder denken und sagen wird. Nein, hör auf. Lass das alles bei ihr. Und mach dir wieder deine Musik an, noch lauter, und noch ein tolles Lied und dann tauch ein in dich und gib dich dir hin. Putze, wie du bist, putze, wie nur du es tust. Putze die Fenster bewusst als du selbst und steh zu dir. Schau sie dir an, deine Fenster, sei stolz auf dich, erfreue dich, lobe dich. Tu dir gut!!! Du musst dich selbst wieder geraderichten, wieder aufbauen. Lass dir solche alltäglichen Arbeiten nicht mehr kaputt machen. Mach es jetzt erst recht zu einer achtsamen Handlung. Du bist kein Handlanger von ihr, du bist nicht ihre Nachfolgerin, die einfach alles übernehmen muss. Stell deine Welt wieder her. Und lass Vorwürfe bei ihr. Sie kann nicht vertrauen, nicht loslassen. Es ist aber ihre Sache. Mach es nicht zu deiner Sache, indem du es annimmst und darauf einsteigst. Weigere dich, Schwiegermutter so intensiv in deine Welt zu lassen. Beginne wieder damit, all deine Handlungen, die sie schon mal kritisiert hat, auf deine eigene Weise besonders auszuführen. Mach es wieder bewusst. Zelebriere es. Damit stellst du deine Welt wieder für dich her. Wenn du dann wieder gestärkt bist, überlege, was besser für dich möglich wäre: Entweder Abstand beibehalten oder direkt ansprechen, wenn sie zu weit geht. Fühle hinein, was für dich möglich ist.

Und jetzt putz deine Fenster und mach ein Fest draus! Für dich!

Alles Liebe von ganzem Herzen!

Liebe

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