War Weihnachten doch nicht so liebevoll?

War Weihnachten doch nicht so liebevoll?

Weihnachten ist die sensibelste Zeit des Jahres. Alles spricht und singt von Liebe. Besonders von Nächstenliebe. Liebe untereinander, Liebe unter den Menschen, Liebe in der Familie. Wir sollen Liebe zeigen, Liebe leben, Liebe zelebrieren.

Das ist ganz schön viel verlangt, besonders, wenn das ganze Jahr über diese Liebe gar nicht so wichtig scheint. Du weißt, was ich meine.

Dann schauen wir uns gleich mal die Liebe der Schwiegereltern an:

Wer liebt, der

  • klammert nicht, sondern lässt jedem seine eigenen Entscheidungen
  • vertraut und geht auch mal einen Schritt auf den anderen zu
  • lässt den anderen sein, wie er ist
  • bietet an, aber drängt nicht auf und fordert nicht
  • ist beseelt und friedlich
  • bringt selbst Liebe

Leider zeigt sich bei vielen Schwiegereltern aber nicht die Liebe sondern die Angst:

Wer Angst hat, der

  • klammert, will alles entscheiden, mischt sich überall ein
  • misstraut den anderen und besonders dem Neuen
  • braucht, fordert, erwartet
  • ist unsicher, argwöhnisch und stellt die Antennen auf Streit aus
  • verlangt Beweise der Liebe
  • will Liebe mit seinen Regeln und Vorstellungen erzwingen
  • ist nicht flexibel, nicht offen

So kannst du erkennen, dass deine Schwiegereltern nicht handeln, wie sie handeln, weil du die Falsche bist oder die Sündige, sondern weil sie selbst in ihrer Angst leben. Das hat mit dir gar nichts zu tun. Sie benutzen dich nur als Plattform für ihre eigenen Ängste, für ihr eigenes Unvermögen, sich auf Neues einzulassen. Vielleicht wollen sie auch nur aus reiner Bequemlichkeit ihre festgefahrenen Rituale nicht verändern. Niemals. Fakt ist aber, dass sie andere, besonders ihre Kinder und Schwiegerkinder brauchen für ihre Angst oder ihr Ego. Klingt vielleicht hart, ist aber so. Wer in seiner Liebe ist, verhält sich friedlicher, freundlicher, offener, zuversichtlicher, warmherziger und uneigennütziger. Der kann auch an Weihnachten neue Rituale zulassen, Veränderungen zulassen. Weil er eben keine Angst hat. Weil er eben nicht nur an sich denkt.

Und dann schauen wir uns die Liebe der Schwiegertochter an:
Wer liebt, der

  • besinnt sich auf die Familie, die er selbst gegründet hat
  • bleibt bei sich und den eigenen Werten
  • weiß, dass er auf sich selbst achten muss
  • weiß, dass andere eigentlich nur nach Liebe suchen
  • verzeiht (Verzeihen heißt nicht: Vergessen!) und lässt los
  • orientiert sich immer wieder an der Liebe
  • beginnt immer wieder von Neuem
  • lässt sich nicht auf ein niederes Niveau ein
  • durchschaut die Dinge und die Familienstrukturen
  • Schaut ins Jetzt und in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit

Warum sieht die Liebe der Schwiegertochter ganz anders aus als bei den Schwiegereltern? Weil die Schwiegereltern ja eigentlich älter sind, viel mehr Lebenserfahrung haben müssten, viel mehr in ihrer Ruhe angekommen sein müssten. Weil sie gelernt haben sollten, loszulassen. Weil sie viel mehr vertrauen könnten. Weil sie schon gemerkt haben, dass ihre Kinder reine Liebe sind. Aus diesem Stand heraus, scheint es fast sicher, dass sie sich ihren Kindern nicht aufdrängen, ihre Schwiegerkinder annehmen und einen neuen Lebensabschnitt mit sich selbst beginnen können. Wenn die Schwiegereltern das alles nicht können, dann liegt die Reife, die Weisheit an den Kindern. Dann sollten die Kinder und die Schwiegerkinder das für sich selbst alles erreichen. Das tun sie dann auch meist, denn der Konflikt mit den Eltern, Schwiegereltern tut so weh, dass sich die jüngere Generation entweder in stetigem Kampf aufzehrt oder zu lernen beginnt. Zu lernen, welche Werte wichtig sind, worum es eigentlich geht. Darum ist der Konflikt zu den Schwiegereltern auch immer eine wunderbare Chance, bei sich selbst die Liebe zu erfahren. Denn wenn du als Schwiegertochter nicht angenommen wirst, abgelehnt wirst, suchst du automatisch nach Liebe. Und du wirst die beste und reinste Form der Liebe finden, wenn du dich wirklich auf die Suche machst und beginnst, zu lernen:

Die Liebe in dir, die Liebe zu dir!

Und jetzt betrachten wir die Angst der Schwiegertochter:
Wer Angst hat, der

  • misstraut, ist argwöhnisch und kritisch
  • legt jedes Wort und jede Bemerkung auf die Goldwaage
  • verlangt Beweise der Anerkennung und des Angenommenseins
  • will selbstverständlich und automatisch angenommen werden
  • geht auf jede Kritik ein und nimmt sie persönlich an
  • kämpft und fordert
  • hat selbst kein ruhiges Fundament
  • hat die Liebe zu sich selbst nicht entdeckt, will die Liebe von den anderen bekommen
  • lässt sich immer wieder auf Situationen ein, die immer wieder schmerzen
  • hofft, dass sich alles irgendwie löst und friedlich wird, aber packt die Sache nicht selbst an

Klingt das hart für dich?
Denn es sind ja nur die anderen, die alles falsch machen, die gemein sind, die sich falsch verhalten? Und du tust ja niemandem was? Du willst ja nur deine Ruhe?
Aber warum hast du dann keine Ruhe?
Genau darum geht’s.

Es geht immer um die Liebe in dir, zu dir.

Wenn also dieses Weihnachtsfest wieder schief gelaufen ist, wenn du geweint hast, wenn du verletzt wurdest, wenn deine Kinder ungerecht beschenkt wurden, wenn du auch unterm Christbaum als Schuldige betitelt wurdest, dann höre spätestens genau jetzt damit auf, weiterhin darunter zu leiden.

Schreib dir alles auf, das dir weh getan hat! Beginne auch schon bei den Vorbereitungen zum Weihnachtsfest. Schreib dir alles auf, das dich bedrückt hat, z.B. wenn du Geschenke gesucht hast für die Schwiegereltern. Schreib dir auf, was dir weh getan hat.
Schreib dir auch auf, wie du dir Weihnachten vorgestellt hast. Hast du dir etwas vorgestellt oder hast du nur gehofft?
Hast du dich auf Kompromisse eingelassen, die für dich eigentlich nicht in Ordnung waren?
Wer hat bestimmt?
Du? Du und dein Partner? Oder deine Schwiegereltern, deine Eltern, die Geschwister deines Partners?
Habt ihr schon eure eigenen Weihnachtsrituale oder stolpert ihr noch immer in den Ritualen der Eltern/Schwiegereltern herum?
Werdet ihr immer noch herumgereicht an den Feiertagen, weil alle die Enkel sehen wollen?
Bestimmen die anderen, wann ihr wo zu Besuch seid?
Passt ihr beide euer Weihnachten an die Rituale der Eltern und Schwiegereltern an?
Folgt ihr brav und kindgemäß noch den Anweisungen und Wünschen der älteren Generation?

Jetzt fühle dich nicht kritisiert von mir. Ich will dir helfen, denn genau mit diesen Fragen kannst du für dich und deine Familie Freiheit erreichen.
Werde dir klar darüber, wo und wie oft und wie sehr du verstrickt bist in alte Verhaltensmuster.
Nur, wenn du erst einmal erkannt hast, wie wenig ihr beide entscheidet und kraftvoll umsetzt, dann kannst du mit Änderungen beginnen. Wenn du dir nie klar darüber wirst, wo du und dein Partner nicht selbst entscheidet, werdet ihr nur immer wieder darauf hoffen, dass andere einmal so handeln, wie ihr es doch eigentlich wünschen würdet.
Aber so werdet ihr immer wieder im Karussell fahren und immer wieder die gleichen Dramen erleben.

Erkenne, wo du nicht bei dir bist.
Dann erst kannst du in die Änderung gehen.
Du selbst. Und dein Partner.

Dann schreib dir auf, wie du es denn haben willst. Wie willst du Weihnachten feiern? Dazu auch der Artikel
„Oh du fröhliche?“

Und dann geht gemeinsam als Paar auf die Eltern/Schwiegereltern zu und bietet ihnen an, wann und ob ihr sie besuchen wollt oder teilhaben lassen wollt an EUREM Weihnachten. Fangt an, zu bestimmen, zu klären, zu sortieren, zu ordnen.
Fangt beide an, euch selbst zu lieben, indem ihr auf euch acht gebt.
Wer anfängt, auf sich acht zu geben, lernt, sich zu lieben.
Wer sich liebt, der ist frei.
Wer frei ist, der liebt die anderen.
Wer die anderen liebt, wird geliebt.
Aber alles beginnt mit der Liebe zu sich selbst.
Auch hier hilfreich der Artikel „Fest der Liebe“

Sei also jetzt nicht mehr niedergeschlagen wegen Weihnachten!
Weigere dich, dich niedergeschlagen zu ergeben. Weigere dich, zu leiden.
Nimm es als Lernprozess. Nutze die Erfahrungen als Lernaufgabe.

Du weißt jetzt, wie du es nie wieder haben willst, was du nie wieder machen willst, worauf du dich nie wieder einlassen wirst, wem du nie wieder das Kommando überlassen willst.

Das ist doch super!
Wer weiß das schon?
Du weißt das jetzt alles!
Mach was draus, lerne und wachse!
Das tut dir gut!

Von ganzem Herzen alle Liebe!

Ingrid Rott